Arduino Vorverstärker
Konzept
Ein Arduino (wie die meisten anderen Microprozessoren) kann an seinem Analogeingang Spannungen zwischen 0V und der Referenzspannung messen. Wenn die zu messenden Spannung aber kleiner und dann noch positiv und negativ ist, so müssen sie in diesen Bereich umgesetzt werden, d.h. sie muss verstärkt und es muss dann noch die halbe Referenzspannung addiert werden. Dies lässt sich alles mit einem Operationsverstärker erledigen. Um einen hohen Eingangswiderstand zu erhalten, wird eine nicht invertierende Beschaltung gewählt und es muss die halbe negative Referenzspannung subtrahiert werden.

Zur Berechnung:
- Für einen idealen Operationsverstärker gilt: und .
- Laut Kirchhoff (Knotenregel) gilt: .
- Für die Schaltung heißt das:
- Für ergibt sich wie gewünscht: (unabhängig von ).
- Ohne Rx ergibt sich eine zweifache Verstärkung des Eingangssignals
- Mit Rx = R / (V – 2) ergibt sich: Ua –
Uref/2 = V * Ue, also eine V-fache
Verstärkung.
V = 4: Rx = R / 2
V = 5: Rx = R / 3
V = 10: Rx = R / 8
Die halbe negative Referenzspannung lässt sich mit Hilfe eines weiteren Operationsverstärker präzise aus der der Referenzspannung generieren.
Wahl der Referenzspannung und der Spannungsversorgung

Da der Vorverstärker an den Arduino
angeschlossen werden soll, so liegt die
Spannungsversorgung erst einmal fest. Die für
die Schaltung notwendige negative Spannung lässt
sich leicht aus der positiven Spannung gewinnen.
Für eine Spannung von ±5 Volt aber auch für ±3,3
Volt ist die Auswahl an Operationsverstärkern
groß. Wählt man keine Typen mit Rail-to-Rail
Ausgang, so muss die maximal mögliche
Referenzspannung ca. 1,5 Volt unter der
Versorgungsspannung liegen. Die
Versorgungsspannung als Referenzspannung ist
aber auch bei Rail-to-Rail Typen so nicht
möglich. Dafür ist eine Spannungsverdopplung der
positiven Versorgungsspannung nötig.
Beim Anschluss an einen Arduino Uno (5 Volt
Versorgungsspannung) lässt sich ein einfacher
Operationsverstärker wie z.B. der TL072 mit
JFET-Eingängen verwenden. Als Referenzspannung
bietet sich dann die interne Bandgap-Referenz
von ca. 1,1 Volt an. Als externe Referenz kann
die regulierte 3,3 Volt Spannung des Arduino
oder eine anders erzeugte Referenzspannung bis
3,5 Volt verwendet werden. Die Wahl fiel hier
auf den genauen Shunt Regler LM4040 mit einer
Spannung von 2,048 Volt. Dieser ist Teil eines
Breakout Boards, welches auch einen Regler für
4,096 Volt enthält. Diese Referenzspannung ist
allerdings zu hoch für den verwendeten
Operationsverstärker. Dafür wäre dann ein
Rail-to-Rail Typ notwendig (z.B. TLV272, nicht
getestet).
Die Schaltung

Im oberen Teil ist der Verstärker aus dem
Schaltungsentwurf zu erkennen. Der zweite
Operationsverstärker erzeugt aus der
Referenzspannung die negative Offsetspannung.
Die Verstärkung lässt sich wie hier als Beispiel
über Jumper einstellen. Dem eigentlichen
Verstärker sind noch zwei Spannungsteiler als
Abschwächer vorgeschaltet, die auch über Jumper
zugeschaltet werden können. Diese
Spannungsteiler haben einen Gesamtwiderstand von
jeweils 1MOhm, so dass der Eingangswiderstand
des Verstärkers 500kOhm ist, wenn beide bestückt
sind. Die Diode am Ausgang verhindert eine
negative Spannung am Analogeingang des Arduino.
Die Schaltung benötigt eine zusätzliche negative
Spannungsversorgung. Diese wird mit Hilfe des
bekannten Spannungskonverters ICL7660 erzeugt.
Die LC-Glieder in den Versorgungsleitungen sind
keinesfalls Zierrat!
Die Referenzspannung kann aus dem Arduino entnommen werden (1,1V). Alternativ kann auch wie schon erwähnt eine präzise Referenzspannung (0,1%) mit dem Shuntregler LM4040 (2,048V) benutzt werden. Dazu ist der entsprechende Jumper zu setzen. Dabei ist es wichtig, dass der Arduino VOR dem Anschluss des Vorverstärkers (bzw. Setzen des Jumpers) auf externe Referenzspannung konfiguriert ist und nicht noch ein Sketch mit einer anderen Konfiguration des ADC läuft! In den Tabellen ist hier die Eingangsempfindlichkeit des Vorverstärkers bei einer Referenzspannung von 2V und den verschiedenen Verstärkungsfaktoren aufgeführt.
| Eingang | x10 | x5 | x4 | x2 |
|---|---|---|---|---|
| 1:1 | 0,1V | 0,2V | 0,25V | 0,5V |
| 1:10 | 1V | 2V | 2,5V | 5V |
| 1:100 | 10V | 20V | 25V | 50V |
Dies ist nur ein Vorschlag für die Realisierung. Die Jumper wurden z.B. nur gewählt, weil die Schaltung permanent auf einem Prototyping Shield aufgebaut werden soll. Auch Erweiterungen bieten sich an. Beispielsweise fehlt ein Schutz vor zu hohen Eingangsspannungen. Ebenso könnte ein Komparator nachgeschaltet werden, um einen Frequenzzähler anzusteuern.
#Arduino, #Analogeingang, #Vorverstärker