Arduino Analogeingang

Der Analogeingang eines Arduino kann Spannungen von 0V bis zur Referenzspannung UrefU_{ref} messen. Will man größere Spannungen als UrefU_{ref} messen, braucht man einen Spannungsteiler. Sollen auch noch negative Spannungen gemessen werden, so benötigt man eine Spannungsquelle, die zur Eingangsspannung addiert wird. Das könnte z.B. die Referenzspannung selbst sein, die ja präzise zur Verfügung stehen muss. Im einfachsten Fall reichen dazu drei Widerstände. Dieses Widerstandsnetzwerk soll jetzt berechnet werden.

Voraussetzung für die Berechnung ist, dass der Betrag der maximalen positiven und negativen Eingangsspannung größer als die Referenzspannung (d.h. die zugeführte Spannung) sein muss. |Uin|>Uref\left\vert U_{in}\right\vert>U_{ref} Mit drei Widerständen lässt sich dieses Problem lösen.
Analogeingang

Berechnung

Nach Knotenregel gilt
I1+I3=I2I_1+I_3=I_2
oder
(UinUout)R1+(UrefVout)R3=UoutR2\frac{\left(U_{in}-U_{out}\right)}{R_1}+\frac{\left(U_{ref}-V_{out}\right)}{R_3}=\frac{U_{out}}{R_2}
Damit lassen sich die drei Widerstände für verschiedene Eingangsspannungen berechnen. Dies führt leider häufig zu “krummen” Widerstandswerten.

Beispiele

Es sollen Spannungen von ±5V\pm5V gemessen werden. Die Referenzspannung ist 2,048V.
Wir wählen R2R_2 zu 1000 Ohm und berechnen R1R_1 und R3R_3

Analogeingang-5V
Beispiele mit anderen Referenzspannungen:

Uref=4,096V, R2=100k => R1=22,07k, R3=18,02k
Uref=1,1V => R1=100k, R2=28,2k, R3=22k

Vereinfachung

Die maximale positive und negative Eingangsspannung ist ein ganzzahliges Vielfaches der Referenzspannung, mathematisch ausgedrückt:
|Uin|=nUref\vert U_{in}\vert=n\cdot U_{ref} mit n=2,3,4n=2,3,4\ldots

Bei der maximalen Eigenspannung Uin=nUrefU_{in}=n\cdot U_{ref} soll am Ausgang die Referenzspannung anliegen. Dann fließt kein Strom durch R3R_3 und der Spannungsteiler R1R_1 und R2R_2 muss die Eingangsspannung herunter transformieren (Potentiometer Gleichung: Das Verhältnis der Widerstände ist genau so groß, wie das Verhältnis der daran abfallenden Spannungen)
R1R2=(n1)UrefUref\frac{R_1}{R_2}=\frac{\left(n-1\right)\cdot U_{ref}}{U_{ref}}
oder
1R2=(n1)1R1\frac{1}{R_2}=\left(n-1\right)\cdot\frac{1}{R_1}
d.h. der Widerstand R2R_2 ist eine Parallelschaltung von n-1 Widerständen der Größe R1R_1 (Addition der Kehrwerte von Widerständen entspricht einer Parallelschaltung).

Bei der minimalen Eingangsspannung Uin=nUrefU_{in}=-n\cdot U_{ref} soll 0V am Ausgang anliegen, d.h. es fließt kein Strom durch R2R_2 und der Spannungsteiler R1R_1 und R3R_3 muss die Eigenspannung herunter transformieren.
R1R3=nUrefUref\frac{R_1}{R_3}=\frac{n\cdot U_{ref}}{U_{ref}}
oder
1R3=n1R1\frac{1}{R_3}=n\cdot\frac{1}{R_1}
d.h. der Widerstand R3R_3 ist eine Parallelschaltung von n Widerständen mit dem Wert von R1R_1..
Analogeingang-n2
Wir haben also bei einem festgelegten Widerstand R1R_1 die anderen beiden Widerstände nur durch Zusammenschaltung von Widerständen mit dem gleichen Wert erhalten.

Wir könnten aber auch anders rechnen und den Widerstand R2R_2 festlegen:
Wir hatten oben schon eine Beziehung zwischen R1R_1 und R2R_2. Diese lässt sich auch so schreiben.
R1=(n1)R2R_1=\left(n-1\right)\cdot R_2
d.h. der Widerstand R1R_1 ist der Reihenschaltung von n-1 Widerständen R2R_2
Ebenso hatten oben schon die Beziehung
1R3=n1R1\frac{1}{R_3}=n\cdot\frac{1}{R_1}
Mit R1=(n1)R2R_1=\left(n-1\right)\cdot R_2 und ein bisschen rumrechnen ergibt sich
1R3=n1R1=n(n1)R2=1+(n1)(n1)R2=1(n1)R2+1R2\frac{1}{R_3}=n\cdot\frac{1}{R_1}=\frac{n}{\left(n-1\right)\cdot R_2}=\frac{1+\left(n-1\right)}{\left(n-1\right)\cdot R_2}=\frac{1}{\left(n-1\right)\cdot R_2}+\frac{1}{R_2}
Jetzt sieht man, dass der Widerstand R3R_3 einer Parallelschaltung von einem Widerstand der Größe R2R_2 mit einer Reihenschaltung von n-1 Widerständen derselben Größe entspricht.
Analogeingang-n1
Diese Beschaltung hat den Vorteil, dass der Eingangswiderstand mit zunehmender maximaler Eingangsspannung immer größer wird. Der ADC sieht als Quellwiderstand immer den Wert R und dieser kann dann so gewählt werden, dass er zu den Anforderungen des ADC passt.

n R1R_1 R2R_2 R3R_3 oder R1R_1 R2R_2 R3R_3
2 RR RR 1/2*R1/2*R oder RR RR 1/2*R1/2*R
3 RR 1/2*R1/2*R 1/3*R1/3*R oder 2*R2*R RR 2/3*R2/3*R
4 RR 1/3*R1/3*R 1/4*R1/4 * R oder 3*R3*R RR 3/4*R3/4*R
5 RR 1/4*R1/4*R 1/5*R1/5*R oder 4*R4*R RR 4/5*R4/5*R

Vor- und Nachteile

  • Die Schaltungen sind extrem einfach und kann einfache Messsaufgaben schnell erledigen.

  • Durch die Verwendung gleicher Widerstände ist die Beschaffung vereinfacht und die Genauigkeit nur von der Toleranz der Widerstände untereinander und nicht zusätzlich von der Realisierung der genauen Werte durch Zusammenschaltung verschiedener Widerstände abhängig.

  • Zur Messung und zum Abgleich muss nur der genaue Wert der Referenzspannung bekannt oder gemessen werden.

  • Es können nur höhere Spannungen als die Referenzspannung gemessen werden. Bei kleineren Spannungen braucht es doch einen Vorverstärker.

  • Auch wenn der Analogeingang eines Arduinos (oder auch anderer Microcontroller bzw. Analog-Digital-Wandler) sehr hochohmig sein mag, so müssen doch bei der Messung Kapazitäten umgeladen werden. Daher verlangt die Dokumentation des Arduino eine Impedanz der Spannungsquelle von maximal 10kΩ10k\Omega. Der Spannungsteiler muss also relativ niederohmig ausgelegt werden.


#Arduino, #Analogeingang